Wegen der wachsenden Bedeutung der Osthälfte des Römischen
Reiches wurde Byzantion 324/326 vom römischen Kaiser Konstantin
I. - an Stelle von Trier - als neue Hauptstadt, als "Neues Rom"
(lat.: Nova Roma), geplant und sechs Jahre später, am 11. Mai 330
feierlich eingeweiht. Wenig später nach seinem Tode nannte man
sie zu seinen Ehren Konstantinopel "Stadt des Konstantin").
Die Stadt wurde auf das Fünffache der ursprünglichen Fläche
vergrößert, und wie das Vorbild Rom auf sieben Hügeln
errichtet. Auch die politischen und weltlichen Einrichtungen der alten
Hauptstadt wurden bis ins Einzelne nachgeahmt. So erhielt Konstantinopel
ein Kapitol, ein Hippodrom für 30.000 Zuschauer, ein Forum (Forum
Constantini) und eine Hauptverkehrsachse in ost-westlicher Richtung.
Trotz seiner Förderung des Christentums ließ der Kaiser auch
heidnische Tempel errichten; sein Sohn Constantius II. gewährte
dann dem Senat der Stadt dieselben Privilegien, wie sie der römische
genoss.